Vordenker der Vernunft

2024 steht im Zeichen von Immanuel Kants 300. Geburtstag. Zeit, sich das Werk des großen Philosophen zu vergegenwärtigen. Was hat er uns heute noch zu sagen?

Immanuel Kant Illustration 300. Geburtstag
Illustration: picture alliance/Prisma Archivo

Es war ein Ritual, an dem nicht gerüttelt wurde: Jeden Abend um Punkt 19 Uhr ging Immanuel Kant (1724–1804) aus dem Haus, um frische Luft zu schnappen und seine Gedanken zu ordnen. Der Weg war stets derselbe und führte ihn durch die Gärten seiner Heimatstadt Königsberg, der Hauptstadt der damaligen Provinz Ostpreußen, und anschließend die Lindenallee auf und ab. Der Legende nach hat der Philosoph nur ein einziges Mal seinen täglichen Spaziergang verschoben, weil er sich über den Ausbruch der Französischen Revolution auf dem Laufenden halten wollte. Ebenso ist die Anekdote überliefert, dass die Lektüre von Jean-­Jacques ­Rousseaus reformpädagogischem Roman „Émile“ (1762) Kant derart gefesselt haben soll, dass er vergaß, vor Verlassen des Hauses seine Stiefel anzuziehen. Doch das waren wohl absolute Ausnahmen. An allen anderen Tagen hielt der disziplinierte Denker an seiner Gewohnheit fest: Er glaubte, nur durch einen streng strukturierten Alltag seine Schaffenskraft entfalten zu können.

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Kant – Das Experiment der Freiheit

Porträt

Mittwoch, 17.4.
— 22.15 Uhr
bis 16.4.25 in der
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