Der ewige Mythos Beethoven

Klassik Wüterich, Romantiker, Revoluzzer – kaum ein Komponist hat ein so schillerndes Image wie Ludwig van Beethoven. Zu seinem 250. Geburtstag ist die Faszination ungebrochen.

Illustration: Fine Art Images/Heritage Images/Getty Images
Illustration: Fine Art Images/Heritage Images/Getty Images

Beethoven hatte einfach einen schlechten Tag, als ihm ein Strohhalm in jedes Nasenloch gesteckt, das Gesicht mit Gips eingeschmiert und einige Zeit später eine Maske abgenommen wurde. Freunde des Komponisten berichten, wie sehr Beethoven die Prozedur hasste, dass sie ihm viel zu lange gedauert und ihn wütend gemacht hätte. Das Ergebnis dieses Nachmittags schrieb indes Musikgeschichte. Fast alle Beethoven-Porträts entstanden nach Vorlage dieser Lebend-Maske. Das uns vertraute Gesicht eines Genies, so, wie es von überall herabschaut: von Plattencovern, von Spieluhren, von bunten Kaffeetassen, ja sogar vom legendären Pop-Art-Porträt von Andy Warhol und von der Werbekampagne des Beethoven-Jahres („BTVN2020“). Überall die gleichen wilden Locken, der grimmige, fast irre Blick, an dem nichts freundlich wirkt, bei dem alles nach dunkler Grübelei aussieht, nach schwerem Denken und harter Arbeit im täglichen Steinbruch der Töne.