Eine Zeit lang zählte Shere Hite zu den bekanntesten Feministinnen der Welt. 1976 hatte die Sozialwissenschaftlerin den „Hite Report“ veröffentlicht: ein Buch, das, basierend auf Tausenden Fragebögen, das Thema Sex aus weiblicher Perspektive aufrollte. Und offenlegte, dass es zwischen Männern und Frauen, gelinde gesagt, einige Missverständnisse auszuräumen galt. Damit traf Hite einen Nerv: Das Werk wurde über Nacht zum Bestseller, bis heute gehört es zu den 30 meistverkauften Büchern aller Zeiten. Trotzdem ist seine Autorin praktisch vergessen. Hite, die bis in die 1980er Jahre Dauergast in Talkshows war, hatte sich größtenteils aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Zu heftig waren die Anfeindungen, die ihr vor allem in den USA entgegenschlugen. Sie ging nach Deutschland, dann nach England, wo sie 2020 starb. Die Filmemacherin Nicole Newnham erzählt Hites Geschichte in einem prämierten Dokumentarfilm, den ARTE im Mai zeigt.
»Ihrer Zeit voraus«
Ihre Forschung über weibliche Sexualität machte die Amerikanerin Shere Hite in den 1970er Jahren weltweit berühmt. Dann verschwand sie von der Bildfläche.




