Die Morgensonne brennt. Zehntausende Menschen drängen in die steilen Ränge des Amphitheaters. Kinder verteilen Feigenkuchen; Diener zerstäuben parfümiertes Wasser. Volksfeststimmung – bis sich plötzlich im sandigen Boden Luken öffnen. Zwei Löwen, eigens aus Nordafrika herangeschifft, schießen aus den Gängen ins Licht, wo kampfbereite Gladiatoren sie erwarten. Ein Moment des Schreckens, dann brandet Jubel auf. Das Kolosseum in Rom, die modernste Arena ihrer Epoche, bot solche blutigen Spektakel im Überfluss. Während der 100-tägigen Eröffnungsfeier des Kolosseums sollen Tausende Tiere getötet worden sein; antike Quellen berichten für Feierlichkeiten unter Kaiser Trajan (53–117 n. Chr.) sogar von bis zu 11.000 Tieren.
Auf Sand gebaut
Vom römischen Amphitheater bis zur saudischen Megastadt: Wie Herrscher ihre Macht in Stein meißeln – und nicht selten an der eigenen Hybris scheitern.




