Grüne Fassade

Mit CO₂-Zertifikaten wollen viele Unternehmen belegen, dass sie klimabewusst handeln. Kritiker halten das für Greenwashing, da die Emissionen nicht sinken.

Illustration Atomkraftwerk
Illustration: Stuart McReath

Mit dem schlechten Gewissen der Menschen lässt sich viel Geld verdienen. Vor allem beim Thema Klima­schutz. In Zeiten, da Konsumen­tinnen und Konsumenten – zumal in Indus­trienationen – bei Kaufentscheidungen zunehmend auf die Klimaverträglichkeit achten, geben sich Unternehmen gern einen grünen Anstrich und behaupten, sie böten CO₂-neutrale Produkte oder Dienstleistungen an. Die könnten dann zwar teurer sein, schützten aber das Klima.

Ein Grund für die höheren Preise: Klimarelevante Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, werden durch Erwerb von CO₂-Zertifikaten kompensiert. Dahinter steckt die Idee: Wenn Emissionen mithilfe der Förderung nachhaltiger Projekte im Globalen Süden reduziert werden, kann man sie etwa in Europa getrost verursachen. Die Idee verfängt offenbar; allein in Deutschland liegt das Markt­volumen für die gewissensberuhigenden Verschmutzungsfreibriefe im zweistelligen Milliardenbereich.

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Die CO₂-Lüge: Was die Kompensationsgeschäfte wirklich für das Klima bringen

Gesellschaftsdoku

Dienstag, 11.6.
— 23.15 Uhr
bis 8.9. in der
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