Liebe, wen du willst

Homo- und Bisexualität Umstrittene Angebote zur Umpolung auf hetero sollen bald verboten werden. Warum erst jetzt?

Illustration: Silke Werzinger
Illustration: Silke Werzinger

Lässt sich die eigene Sexualität von außen verändern – quasi umpolen? Eine vom Gesundheitsministerium beauftragte Expertenkommission zu den umstrittenen „Konversionstherapien“, wie pseudowissenschaftliche Methoden gegen Homo- und Bisexualität genannt werden, gab dazu unlängst eine deutliche Antwort: „Wir empfehlen ein Verbot aller Behandlungen, die auf eine Änderung der sexuellen Orientierung, der Geschlechtsidentität und der angeborenen Varianten der Geschlechtsentwicklung eines Menschen abzielen.“ Also: nein.

Noch immer soll es nach Schätzungen der Kommission in Deutschland pro Jahr bis zu 1.000 Fälle geben, in denen homo- oder bisexuellen Menschen von dubiosen Ärzten, Therapeuten oder Geistlichen eine vermeintliche „Heilung“ in Aussicht gestellt wird. Am häufigsten betroffen: junge Menschen aus einem konservativ-christlichen Umfeld. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte nun an, derartige Therapien, die indoktrinierende Gespräche, in Extremfällen aber auch Elektroschockbehandlungen und Exorzismus beinhalten, möglichst schnell gesetzlich verbieten zu wollen.

Die Sendung auf Arte

Den Dokumentarfilm „Wie krank ist Homo-Heilung?“ gibt es am Dienstag, 26.11.2019 um 20:15 Uhr bei ARTE und bis 24.1.2020 in der Mediathek.