Sie steht halb nackt vorm Spiegel, nur mit einer Bernsteinkette und einem Unterrock bekleidet. Mit wohlwollendem Lächeln betrachtet sie ihre Brüste und umgreift liebevoll ihren gewölbten Bauch, als sei sie schwanger. Ihr „Selbstbildnis am 6. Hochzeitstag“ vom 25. Mai 1906 ist als erster weiblicher Blick auf den eigenen Körper in die moderne Kunstgeschichte eingegangen. Ein Tabubruch in mehrfachem Sinne. Wollte man die Malerin Paula Modersohn-Becker, ihren Mut, ihr Talent und ihre Persönlichkeit mit all ihren Widersprüchen und ihrer Tragik mit nur einem Bild auf den Punkt bringen wollen, dann mit diesem.
Mit kühnem Pinselstrich
Zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker widmet ARTE einer der bedeutendsten deutschen Malerinnen des frühen Expressionismus ein Porträt.




