Ein Prag, zwei Welten

Im Prag der 1920er Jahre lebten Tschechen und Deutsche weniger miteinander als nebeneinander. Wer trieb die Spaltung voran? Wer setzte auf Verständigung?

Schwarz-Weiß-Foto von 1934: Polizisten bewachen die deutsche Universität in Prag.
1934 bewachen Polizisten die deutsche Universität in Prag. Zwischen deutschen und tschechischen Studenten kommt es immer wieder zu blutigen Kämpfen. Foto: picture alliance/SZ Photo

Es ist das Jahr 1920, als Egon Erwin Kisch, der später als „rasender Reporter“ bekannte Journalist, das Nacht­leben Prags skizziert: „[…] so gehen diese verschämten Originale bei Tag möglichst wenig unter Menschen und wagen sich sozusagen nur bei Nacht an das Licht des Tages.“ Seine Beobachtungen fangen das Lebensgefühl vieler seiner Zeitgenossen ein: von Menschen, die Charleston tanzen und sich in Jazz-Cafés und Varieté­theater vergnügen. Im Prag der 1920er Jahre ließ sich ausgelassen ­feiern. Die zweiteilige Dokumentation „­Babylon Prag“, die ­ARTE im Oktober zeigt, zeichnet das pulsierende Leben der Stadt in den Zwischenkriegsjahren nach. Doch hinter der schillernden Fassade gab es auch Spannungen – vor allem zwischen Tschechen und Deutschen, die zu dieser Zeit nur noch eine kleine, überwiegend im Stadtzentrum konzentrierte Minderheit bildeten, wie ­Tobias ­Weger, der zur Geschichte der Tschechoslowakei forscht, im Gespräch mit dem ­ARTE ­Magazin feststellt.

Babylon Prag

2-tlg. Geschichtsdoku

Donnerstag, 8.10.

— 20.15 Uhr

bis 5.1.27 auf arte.tv