Vom Leuchten in der Finsternis

Die jüdische Studentin Etty Hillesum findet mitten im erstarkenden Faschismus zu sich selbst. Hagai Levis Serie „Etty“ zeigt, warum die Geschichte der jungen Frau zeitlos relevant ist.

Porträt von Julia Windischbauer
Amsterdam, 1941: Etty Hillesum, eine jüdische Studentin, kämpft mit Ängsten und der Bedrohung durch den Faschismus. Regisseur Hagai ­Levi überträgt ihre Geschichte in die Gegenwart. Ein Lehrstück über Autoritarismus und Widerstand. Foto: Reiner Bajo

Eine junge Frau fährt mit dem Fahrrad durch die Straßen Amsterdams. Sie sitzt mit zerwühlten Haaren rauchend am Küchenfenster, schreibt in ihr Tagebuch. Und sie geht zur Therapie, spricht über ihre Affären, ihre Ängste, ihre Unruhe. Auf den ersten Blick sind es alltägliche Szenen, wie sie sich heute in jeder Großstadt abspielen könnten. Doch in der Serie über ­Etty ­Hillesum (­Julia ­Windischbauer) tauchen schnell Störgeräusche auf, die an das Amsterdam der 1940er Jahre denken lassen: Jüdische Kinder werden von der Schule ausgeschlossen, vor der Uni wird gegen das Erstarken des Faschismus protestiert und dann ist da noch der Suizid eines Professors, der wegen seiner politischen Haltung entlassen wurde. Schnell wird klar: „Etty“ ist weit mehr als eine Selbstfindungsgeschichte.

Etty

Serie

ab Donnerstag, 21.5.
— 21.40 Uhr
ab 13.5. bis 12.11.
auf arte.tv