Es ist so einfach, Falco zu feiern – und dafür hat er, der Sprachvirtuose, der Pop-Pionier, wirklich viel getan. Unter Musikkritikern gilt er als einer der ersten weißen Rapper, weit vor Vanilla Ice, den Beastie Boys und Eminem. Es ist aber auch einfach, ihn zu verabscheuen. Man muss in den Internetarchiven nur ein paar seiner großkotzigen, misogynen Fernsehauftritte nachklicken, die ihm in den 1990er Jahren noch Applaus und Lacher einbrachten. Was nicht so leicht zu begreifen ist: wo die Trennlinie verläuft zwischen dem Österreicher Hans Hölzel (1957–1998) und der Kunstfigur Falco, die Mitte der 1980er Jahre zum weltweit erfolgreichsten deutschsprachigen Musikexport wurde.

Mit „Rock Me Amadeus“ schrieb Falco Popgeschichte. Bis heute ist es das einzige deutschsprachige Lied, das Platz eins der US-Charts erreicht hat. Doch die Unzufriedenheit, die Falco selbst im Moment seines größten Erfolgs spürte, sollte ihn bis zu seinem frühen Tod begleiten. Foto: Peter Noble/Redferns/Getty Images



