Eine sitzende Gottesanbeterin mit aufgeschlagenen Flügeln, Arrangements mit früh blühenden Tulpen neben spätsommerlichen Sonnenblumen, eine Eidechse, die nach einem Schmetterling schnappt. Die Blumenstillleben der in Den Haag geborenen Malerin Rachel Ruysch (1664–1750), deren Familiennamen man ausspricht wie den des Fußballers Marco Reus, sind mehr als handwerklich akkurate Zierde. Was ihr Werk auszeichnet, sind wissenschaftliche Präzision und die Lust an der Inszenierung. In Ruyschs opulenten Bildern trifft zusammen, was in der Natur nicht zusammenpasst: Blumen, Insekten oder Reptilien außerhalb ihres natürlichen Lebensraums – irgendwie zusammengewürfelt, doch bis ins kleinste Detail beobachtet und dargestellt.

Große Künstlerinnen dokumentierten in ihren Werken Naturkunde und Artenvielfalt – bis sie in Vergessenheit gerieten. Hier: Das Werk „Blumenstrauß“, 1708, von Rachel Ruysch. Foto: Rachel Ruysch / Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Staatsgalerie im Neuen Schloss / Bayreuth



