Zunächst wirkt es, als habe Isabell alles unter Kontrolle. Als Maklerin verkauft sie in Berlin teure Häuser, nebenbei kümmert sie sich um die alten Eltern. Doch als ihre Ehe kriselt und die Pflege des Vaters nach einem Schlaganfall immer schwieriger wird, gerät Isabells Lebensplan ins Wanken. So beginnt das Drama „Zikaden“ (2025) von Ina Weisse, in dem Nina Hoss die Hauptrolle spielt. Es ist ein Part wie gemacht für Hoss, die sich in 30 Jahren Karriere oft die schwierigsten Rollen gesucht hat: scheinbar unnahbare Figuren, bei denen es unter der Oberfläche schwelt. In „Zikaden“ freundet sich Isabell mit der jüngeren Anja (Saskia Rosendahl) an, die in Brandenburg wohnt und eine kleine Tochter hat, aber kein Geld. In der Verbindung spiegeln sich viele Konflikte der Gegenwart: Stadt-Land-Gefälle und soziale Kluft, prekäre Mutterschaft, Einsamkeit und Sehnsucht, Pflegenotstand.
ARTE Magazin Frau Hoss, kehrt sich das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern im Alter um?
Nina Hoss Ich glaube schon. Aber das nimmt wahrscheinlich eher das Kind wahr. Die Haltung der Eltern ist immer noch die, dass sie es besser wissen. Aber das Kind soll bitte alles richten. Das ergibt natürlich eine komplizierte Schräglage.




