»Ich musste neue Risiken eingehen«

Nina Hoss gehört zu den gefragtesten deutschen Schauspielerinnen, in Hollywood ebenso wie an den renommierten Theater­bühnen. Ihre größte Furcht: sich zu wiederholen.

Porträt von Nina Hoss, unter einer Lampe
Isabell (Nina Hoss) pflegt ihre Eltern und kämpft um ihre Ehe. Da lernt sie die alleinerziehende Mutter Anja (­Saskia Rosendahl) kennen. Je näher sich die Frauen kommen, desto mehr gerät Isabells Leben aus den Fugen. Foto: Jens Umbach / Laif

Zunächst wirkt es, als habe Isabell alles unter Kontrolle. Als Maklerin verkauft sie in Berlin teure Häuser, nebenbei kümmert sie sich um die alten Eltern. Doch als ihre Ehe kriselt und die Pflege des Vaters nach einem Schlaganfall immer schwieriger wird, gerät ­Isabells Lebensplan ins Wanken. So beginnt das Drama „­Zikaden“ (2025) von ­Ina ­Weisse, in dem Nina Hoss die Hauptrolle spielt. Es ist ein Part wie gemacht für Hoss, die sich in 30 Jahren Karriere oft die schwierigsten Rollen gesucht hat: scheinbar unnahbare Figuren, bei denen es unter der Oberfläche schwelt. In „­Zikaden“ freundet sich Isabell mit der jüngeren ­Anja (Saskia ­Rosendahl) an, die in Brandenburg wohnt und eine kleine Tochter hat, aber kein Geld. In der Verbindung spiegeln sich viele Konflikte der Gegenwart: Stadt-Land-Gefälle und soziale Kluft, prekäre Mutterschaft, Einsamkeit und Sehnsucht, Pflegenotstand.

ARTE Magazin Frau Hoss, kehrt sich das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern im Alter um?

Nina Hoss Ich glaube schon. Aber das nimmt wahrscheinlich eher das Kind wahr. Die Haltung der Eltern ist immer noch die, dass sie es besser wissen. Aber das Kind soll bitte alles richten. Das ergibt natürlich eine komplizierte Schräglage.

Zikaden

Drama

Freitag, 20.11. — 20.15 Uhr
bis 19.12. auf arte.tv