Die Anfänge der Urbanität

Die Ursprünge der Urbanität liegen wohl im heutigen Osteuropa. Dort entstanden bereits vor 6.000 Jahren erste große Siedlungen, die Archäologen staunen lassen. Denn sie wirken überraschend innovativ.     

Illustration Stadt Ausgrabung Osteuropa
Illustration: Stuart McReath

Gezüchtete Tiere aus Ställen statt Wild auf dem Feuer und ein richtiges Dach über dem Kopf: Die Jungsteinzeit markiert in Europa und anderen Teilen der Welt den Übergang der Jäger- und Sammlerkulturen zu ­Hirten- und Bauern­kulturen. Lange dachte man, dass sich die Menschen zu dieser Zeit höchstens in Siedlungen mit wenigen Hundert Bewohnern zusammenfanden. Neue Forschungsergebnisse aus der Archäologie stellen diese Annahme jedoch auf den Kopf: Bereits vor mehr als 6.000 Jahren sollen die sogenannten Trypillia-Gesellschaften im heutigen Osteuropa urbane Strukturen erschaffen haben, sogenannte Mega-Sites. Sie gelten nun als die ältesten bekannten Großstädte. Bis zu 15.000 Einwohner lebten dort ab 4000 v. Chr. über mehrere Generationen hinweg zusammen. Anders als bisher vermutet, wucherten die ersten Großsiedlungen, in denen teils mehr als 2.000 ein- oder zweistöckige Gebäude auf bis zu drei Quadratkilometern Fläche standen, nicht unkontrolliert, sondern wurden offenbar bewusst geplant. Mit Ansätzen, die laut einem internationalen Forschungsteam mit Beteiligung der Kieler Universität sogar für die Metropolen der Gegenwart Inspiration bieten könnten.

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Das Rätsel einer verlorenen Zivilisation: Die verschwundene Metropole

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Samstag, 15.6.
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bis 12.9. in der
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