Ein letztes Mal dreht sich Jawad um. Hinter ihm: Trümmer, Leichen, verbrannte Erde. Vor ihm: der Weg ins Ungewisse. Er ist einer von fünf Menschen, die der Film „Khartoum“, den ARTE im Januar zeigt, begleitet. Ein Mann, der als Widerstandskämpfer einst für die demokratische Zukunft seines Landes auf die Straße ging.
Was Jawad erlebt, sind die Folgen eines blutigen Krieges, der weit über die Stadt Khartoum hinausreicht. Seit April 2023 wird überall im Sudan, dem drittgrößten Flächenstaat des afrikanischen Kontinents, gekämpft. Kriegsrecht, Moral und Menschlichkeit spielen offenbar keine Rolle mehr. Mehr als 150.000 Menschen sind seit Ausbruch der Kämpfe nach Schätzungen von Beobachtern ums Leben gekommen, 12 Millionen auf der Flucht. UN-Organisationen sprechen von der weltweit größten Vertreibungskrise und einer der schlimmsten humanitären Katastrophen der Gegenwart.




