Man kann sich kaum ein amerikanischeres Amerika vorstellen. In Twin Peaks ragen die Fichten in den Himmel, die Autos brettern über die Landstraße. Holzvertäfelte Schnellrestaurants verkaufen Milchshakes und Kirschkuchen, und der Doo-Wop summt aus den Radios. Das Städtchen im Nordwesten der USA könnte an ein Gemälde von Edward Hopper erinnern – wäre da nicht die Mädchenleiche, die am Fluss im Kiesbett liegt. Es ist die Highschool-Königin Laura Palmer, in Plastik gewickelt. Ihr Tod ist der Ausgangspunkt der gleichnamigen Serie, die Anfang der 1990er Jahre das Fernsehen neu definierte. Nicht weil die Handlung so überzeugend, die Dialoge so clever gewesen wären. Sondern weil „Twin Peaks“ so gut darin ist, eine Atmosphäre zu erzeugen: die vage Ahnung von einem Ort, der malerisch und skurril ist. Aber auch verdorben wie der Fisch, der dort mitunter im Kaffeewasser landet.
Was im Dunkeln liegt
Die seltsamste Seifenoper aller Zeiten: Mit „Twin Peaks“ hat David Lynch das Fernsehen geprägt. Die vielen Rätsel der Serie wollte er nie auflösen.




