Hymnen in Blue Jeans

So geerdet, so nahbar: Bruce ­Springsteen ist bei linken Intellektuellen ebenso beliebt wie bei Trump-Wählern. Den Clash des amerikanischen Traums verpackt er in triumphale Melodien. Warum können sich auf ihn alle einigen?

Bruce Springsteen
Foto: Steve Granitz/WireImage/Getty Images

Es gibt so viele Geschichten über Bruce Springsteen. Einmal zum Beispiel, da ging er in St. Louis abends allein ins Kino. Nach der Vorstellung lud ihn ein Fan zu sich nach Hause ein; mit dem Besuch wollte der Teenager seine Mutter überraschen. Springsteen ging mit, und man sieht die Szene förmlich vor sich: wie sie dann nachts zu dritt am Küchentisch sitzen und Rührei essen. Oder, in einer anderen Dekade: wie er an einem Abend im Juli 1969, während die ersten Menschen auf dem Mond landeten, in einer Kaschemme in New Jersey vor ein paar Gästen spielte. Der Auftritt dauerte nicht lange; er endete in einem Streit darüber, ob man nicht lieber die Glotze anstellen solle. Aber Springsteen erfüllte sein Engagement, tat seine Pflicht, so wie er es immer getan hatte: als hart arbeitender Rockmusiker, der sich für Bodenständiges nicht zu schade ist.

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Bruce Springsteen, der amerikanische Freund

Porträt

Mittwoch, 31.7.
— 22.10 Uhr
bis 29.8. in der Mediathek