Her mit dem Glück!

Sinnsuche Im hektischen Alltag verdrängen wir das Wissen um unsere eigene Endlichkeit. Es trägt jedoch zu einem bewussten und glücklichen Leben bei, schreibt Philosophin Ariadne von Schirach.

Foto: se7entyn9ne Illustration: Silke Werzinger
Foto: se7entyn9ne Illustration: Silke Werzinger

Ein Mann bekommt eine SMS. Darin steht, dass er noch zwölf Jahre, neun Monate und fünf Tage zu leben hat. Der Mann bleibt stehen. Er setzt sich auf eine Bank. Und dann schlägt er die Augen auf: Wir sehen mit ihm die Welt wie zum ersten Mal. Ein Staunen liegt in seinem Blick, ein Entsetzen und zugleich demütige Entschlossenheit.

Was macht es mit uns, wenn wir daran erinnert werden, dass wir sterben müssen? Die existenzialistische Philosophie beschreibt den Menschen als einziges Lebewesen, das um die eigene Endlichkeit weiß. Dieses Gewahrsein eröffnet einen erweiterten Horizont. Aus „Ich bin“ wird ein „Ich war, ich bin, ich werde sein – bis ich einmal nicht mehr bin“. Zugleich konfrontiert uns das Bewusstsein mit unserer Sterblichkeit mit der konkretesten aller Fragen: Wenn deine Lebenszeit beschränkt ist, was stellst du dann damit an? Wer bist du, wovon träumst du, woran willst du dich erinnern im letzten Augenblick deines Lebens? Große Fragen. Irgendwie auch anstrengend, fast unangenehm. Vor allem, wenn man gerade beschäftigt ist, noch Mails beantworten muss oder einfach nur übers Abendessen nachdenkt. Es gibt einfach immer so viel zu tun!

Die Sendung auf Arte

Die Komödie „Das brandneue Testament“ gibt es am Mittwoch 18.12.2019 um 20:15 Uhr bei ARTE.