Auf der Kinoleinwand bekam die Inquisition im Jahr 1986 Name und Gesicht: Bernardo Gui, gespielt vom US-Amerikaner F. Murray Abraham in Jean-Jacques Annauds Klosterkrimi „Der Name der Rose“ nach dem Roman von Umberto Eco. Bernardo oder Bernard Gui (1261–1331) war eine historische Figur. Der französische Dominikaner ging als Inquisitor in Toulouse gegen Häretiker vor – nach Lesart der Kirche vom wahren Glauben Abgefallene. Insgesamt 930 überlieferte Verfahren Guis nennt der US-Historiker Henry Charles Lea in seinem Anfang des 20. Jahrhunderts veröffentlichten Standardwerk „Geschichte der Inquisition im Mittelalter“. 42 davon endeten mit Hinrichtungen, weitaus häufiger waren Bußen, Pilgerfahrten, Kerkerhaft – und Freisprüche.
Das Kreuz mit der Wahrheit
Vom Mittelalter bis in die Neuzeit verfolgte die Inquisition Abweichler von kirchlichen Dogmen. Dabei gilt das Verfahren in seinen Ursprüngen sogar als Fortschritt in der Rechtsgeschichte.




