Eine blonde Frau in Kleid und Schürze knetet einen Teig, drei Kinder wuseln um sie herum. Sie wirft ihren Kopf in den Nacken und lacht befreit. Es handelt sich um die US-Amerikanerin Hannah Neeleman, eine Galionsfigur der sogenannten Tradwife-Bewegung – kurz für: Traditional Housewives. Tradwifes zelebrieren in den sozialen Medien den Lebensentwurf als traditionelle Hausfrauen. Mit großem Erfolg: Neelemans Instagram-Account „Ballerina Farm“ folgen über zehn Millionen Menschen; das Time Magazine wählte die achtfache Mutter 2025 unter die Top 100 Content Creators. Studien zeigen, dass das Ansehen von Hausfrauen auch in Deutschland unter Jüngeren wieder zunimmt. Ältere Generationen wundern sich vielleicht: Erst seit 1958 dürfen Frauen in Westdeutschland ohne Zustimmung ihres Mannes arbeiten – wenn auch zunächst nur dann, wenn es ihre „ehelichen Pflichten“ erlauben. Die Hausfrauenehe – das gesetzlich verankerte Modell mit männlichem Alleinverdiener und einer für Haushalt und Kinder zuständigen Frau – wurde in der Bundesrepublik Deutschland erst 1977 abgeschafft. Und nun sehnen sich junge Frauen in das mühsam abgestreifte alte Korsett zurück. Wie ist das zu erklären?
Im Klischee gefangen
Im Drama „Kinder, Küche, Chaos“ findet sich eine Mutter ungewollt als Hausfrau wieder. Doch unter Jüngeren gewinnt das Rollenbild an Attraktivität. Warum?




