Gestohlenes Erbe

Das Nazi-Regime vollzog einst den größten Kunstraubzug der Geschichte. Warum bleiben die meisten Verbrechen bis heute unaufgeklärt?

Egon Schieles „Schuhe anziehendes Mädchen“ (1910)
Das New Yorker MoMA restituierte 2023 Egon Schieles „Schuhe anziehendes Mädchen“ (1910) an die Erben des jüdischen Kunstsammlers Fritz ­Grünbaum. Foto: picture alliance / Fine Art Images / Heritage Images

Eine Immobilienanzeige brachte die Ermittler auf die Spur: Auf einem inserierten Foto war ein goldgerahmtes Porträt einer Adeligen zu sehen, das über einem moosgrünen Sofa im Wohnzimmer eines Anwesens in Mar del Plata hing, ein Badeort an der argentinischen Küste. Wie sich herausstellte, stammte die Anzeige von der Tochter des hochrangigen SS-Offiziers ­Friedrich ­Kadgien, die offenbar ihr Haus verkaufen wollte. Und wie Recherchen des niederländischen Magazins AD ergeben hatten, handelte es sich bei dem Porträt um ein Meisterwerk von ­Giuseppe ­Ghislandi aus dem Jahr 1710, das vor rund 85 Jahren von den Nazis aus der Sammlung eines jüdischen Galeristen in Amsterdam gestohlen worden war. Nach tagelanger Fahndung übergab der Anwalt der Familie ­Kadgien das Bild mit dem Titel „Porträt einer Dame“ 2025 den Behörden.

Der Plünderer – Das Geschäft mit der Nazi-Raubkunst

Dokumentarfilm

Dienstag, 27.1.
— 21.45 Uhr
bis 26.4. auf arte.tv