Fair ist anders

Das Vermögen Superreicher wächst auch in Deutschland immer schneller – und mit ihm ihr politischer Einfluss. Was eine Vermögenssteuer daran ändern könnte – und was nicht.

Stammbaum-Illustration mit weiterreichenden Händen
Illustration: Ossko Schulz für das ARTE Magazin

Stellen Sie sich vor, Sie bekämen jeden Monat eine Million Euro geschenkt. Sie besäßen also nach einem Jahr zwölf Millionen Euro, nach zwei Jahren 24 Millionen – und so weiter. Und nun schätzen Sie: Über wie viele Jahre müsste diese monatliche Schenkung laufen, bis Sie so vermögend wären wie der reichste Mann Deutschlands? Die Antwort sprengt jede Vorstellungskraft: Es sind nicht 50, nicht 100 und auch nicht 1.000 Jahre, sondern 4.833. Eine enorme Zeitspanne, doch sie hilft, die Dimensionen sehr großer Vermögen greifbarer zu machen. Denn die Summe von 58 Milliarden Euro ist kaum vorstellbar. So hoch wird das aktuelle Vermögen des Lidl-Gründers ­Dieter Schwarz geschätzt, der laut Manager ­Magazin offiziell als reichster Mann Deutschlands gilt. Gemeinsam mit rund 5.000 weiteren Superreichen – also Personen, die mehr als 100 Millionen Dollar (rund 86 Millionen Euro) besitzen – hält Schwarz laut einer Erhebung der Boston Consulting Group mehr als ein Viertel des deutschen Finanzvermögens. Nimmt man die 700.000 Multimillionäre der Bundesrepublik hinzu, besitzt diese kleine Gruppe bereits 52,8 Prozent.

Tax me (if you can!)

2-tlg. Gesellschaftsdoku

Dienstag, 15.9.
— 20.15 Uhr
bis 14.10. auf arte.tv