Willkommen im Club

Wohlfühlen unter Freunden oder Ferien von der Stange? Am Cluburlaub scheiden sich die Geister. Dabei begann das Reisekonzept einst rustikal – und mit großen Idealen.

Urlauber machen Morgengymnastik an einem Pool.
Urlauber 1982 bei der Morgen­gymnastik im Club Cala Tarida auf Ibiza. Foto: picture alliance/United Archives/Ander

Woran denken Sie beim Wort Cluburlaub? An tiefblaue Pools? Unerschöpfliche Buffets? An gepflegte Rasenflächen und Clubtänze in sengender Sonne? Mit großer Wahrscheinlichkeit denken Sie nicht an die Befreiung des Menschen von den Ketten der gesellschaftlichen Konvention. Verständlich, wer will sich im Urlaub mit großen Ideen belasten. Tatsächlich aber waren Ferien im Club mal ein regelrecht idealistisches Projekt – zumindest, wenn man nach den Vorstellungen einer seiner Erfinder geht. Als der erste Club ­Méditerranée im Jahr 1950 seine Gäste empfing, konnte er weder Schwimmbad noch Hummerbuffet vorweisen. Stattdessen gab es spartanische Ausstattung und reformerischen Anspruch. „Wir arbeiten nicht für die Urlaubsindustrie, sondern an der inneren Befreiung des Menschen“, formulierte ­Gérard Blitz, der Gründer des Club Med. In der clubeigenen Zeitschrift schrieb er 1952, man wolle die Reisenden vom Zwang der modernen Gesellschaft befreien: „kein Telefon, kein Radio, keine Fußgängerübergänge“. Heute würde man wohl sagen: Entspannung durch mentales Detoxen.

Alles inklusive – Die Geschichte des Cluburlaubs

Geschichtsdoku

Donnerstag, 9.7. — 20.15 Uhr

bis 28.12. verfügbar