Nicht nur der Süden, auch der Norden war im Tanzfieber: Der „Musikladen“ von Radio Bremen, der von 1972 bis 1984 im deutschen Fernsehen lief, prägte als Nachfolgerin des „Beat-Clubs“ die Jugend- und Musikkultur der Disco-Ära. Uschi Nerke moderierte beide Sendungen mit unterschiedlichen Co-Moderatoren insgesamt 14 Jahre lang. ARTE zeigt legendäre Auftritte.
ARTE Magazin Frau Nerke, Pop sorgte für eine gesellschaftliche Befreiung. Was veränderte sich damals?
Uschi Nerke Alles wurde lässiger, das war eine feine Sache. Der Erfolg von Sängerinnen wie Donna Summer und Gloria Gaynor war ein Signal, er verschaffte Themen wie Gleichberechtigung Gehör.
ARTE Magazin Wofür standen die Musiksendungen von Radio Bremen?
Uschi Nerke Die Jugendlichen durften endlich aus sich rauskommen, zu sich selbst finden. Ich weiß noch, wie bei uns im Studio wie wild getanzt wurde. Die Kameraleute mussten sich durchschieben.
ARTE Magazin Wer war Ihr Lieblings-Star?
Uschi Nerke Jimi Hendrix. Der Mann war so was von wohlerzogen und höflich – bis er vors Mikrofon trat. Dann legte er los. Mit Albert Hammond bin ich bis heute befreundet.
ARTE Magazin Wie kamen Sie zu Ihrem eigenen Stil?
Uschi Nerke Wir erhielten beim „Beat-Club“ 300 Mark Gage. Da blieb nichts übrig. Es hieß: Schau mal, was in London modemäßig los ist. Alle Minikleider, die ich trug, waren selbst entworfen und genäht.
Zur Person:
Ursula „Uschi“ Nerke, Moderatorin
Parallel zu ihrem Architekturstudium moderierte die 1944 geborene Deutsch-Tschechin ab 1965 den „Beat-Club“ und ab 1972 den „Musikladen“.





