»Ein Frühwarnsystem«

Polare Eisschilde und Gebirgsgletscher schmelzen immer schneller. Klimaforscher Torsten Albrecht erläutert im Interview, welche Folgen das für uns hat.

Gletscher
Bis 2050 wird ein Drittel aller Gletscher verschwunden sein. Das bedroht die Wasserversorgung von weltweit zwei Milliarden Menschen. Landwirtschaft und Industrie geraten unter Druck – in Europa, Asien und Südamerika. Foto: Floris van Cauwelaert / unsplash

Die Erderwärmung wirkt sich in den Polargebieten besonders stark aus, warnt Klimaforscher ­Torsten ­Albrecht im Gespräch mit dem ARTE Magazin.

ARTE Magazin Herr Albrecht, wie geht es dem arktischen und antarktischen Eis gerade?

Torsten Albrecht Die Kryosphäre ist ein Frühwarnsystem für Klimaveränderungen – im Gebirge, im polaren Meereis, in den Eisschilden und im Permafrost. Untersuchungen von Rückkopplungsprozessen in Gletschern und von deren Interaktion mit dem Meer, der Atmosphäre und dem Boden haben gezeigt, dass diese Prozesse selbstverstärkend sind. Und wenn infolge dieser Dynamik bestimmte Schwellenwerte überschritten werden, können Teile des Klimasystems kippen. Aktuelle Studien legen zudem immer niedrigere Schwellenwerte nah. Das heißt: Auch wenn wir die Ziele des Pariser Klimaabkommens einhalten, steigt das Risiko für Kippdynamiken.

Gletscher – Schmelzende Riesen

Dokumentarfilm

Dienstag, 3.3. — 20.15 Uhr
bis 1.4. auf arte.tv