Es ist ein Ding der Unmöglichkeit. Das Gebäude, ein weißer Backsteinbau mit Erker, ist von innen größer als von außen. Inmitten des Ihrhover Gewerbegebietes, zwischen einer Firma für Veranstaltungstechnik und einem Bauunternehmen gelegen, wirkt diese als Einfamilienhaus getarnte Dorfdisco seltsam deplatziert, unscheinbar, klein, geradezu winzig angesichts der Hallen ringsum. Ein Gefühl für die Dimensionen bekommt man erst, wenn man unter dem illuminierten Schweif mit den Lettern „LIMIT“ hindurch eine der Flügeltüren aufzieht und den Vorraum betritt. Da weht einen der Duft alter Zeiten an, konserviert in den dunklen Holzpaneelen, den Anti-Nazi-Aufklebern, den vergessenen Jacken in der Garderobe. Von der Tanzfläche wabert Nebel heran. Die ersten Klänge von Rage Against the Machines „Killing in the Name“ lassen den Boden vibrieren, und plötzlich steht man in einer Menge von Leuten, die sich auf das Freundlichste anrempeln und anschreien: „Fuck you, I won’t do what you tell me. Fuck you, I won’t do what you tell me. Fuck you, I won’t do what you tell me.“
Ein Dorf im Dorf
Tanzen am Limit: Es gibt immer weniger Diskotheken auf dem Land. Dort, wo sie sich halten, müssen kreative Wege gegangen werden – wie im Heimatdorf unseres Autors.

Zugegeben – bei Tag erscheinen viele Dorfdiscos nicht sehr einladend. Auch die Fassade des „La Fiesta“-Club, irgendwo in Frankreich, ist eher unkonventionell. Foto: François Prost/ZDF



