Eines vorweg: Es könnte zur Herausforderung werden, in Deutschland echte Ustica-Linsen zu bekommen. Sie gedeihen ausnahmslos auf der gleichnamigen, nur acht Quadratkilometer großen sizilianischen Insel. Dort werden sie von Hand ab vier Uhr morgens geerntet, denn der Morgentau verhindert, dass die winzigen Hülsenfrüchte aus ihren Schoten fallen. Dazu kommt, dass es nur noch drei Bauernfamilien gibt, die sich den beschwerlichen Anbau antun. Es handelt sich also um eine echte kulinarische Kostbarkeit, das habe ich in der „Zu Tisch“-Sendung über das Eiland gelernt.
In Berlin war nichts zu machen, ich musste sie durch umbrische Berglinsen ersetzen. Nach dem Motto: Sizilien oder Umbrien? Hauptsache Toskana! Aber lassen wir die Fußball-Witze, auch wenn gerade WM ist. Hier ist das Rezept, das auch mit der Hülsenfrucht-Alternative gut gelingt: Linsen in ein Sieb geben und gründlich unter kaltem Wasser abwaschen. Abtropfen lassen. Zwiebel abziehen und in dünne Scheiben schneiden. Tomaten unter kaltem Wasser abbrausen und würfeln. Selleriestangen abputzen und klein schneiden. Zucchini vierteln und würfeln. Karotten schälen und klein schneiden. Linsen in einen Topf geben und so viel kaltes Wasser angießen, dass die Linsen gut bedeckt sind (etwa drei Finger breit). Zwiebeln, Tomaten, Selleriestangen, Zucchini und Karotten dazugeben. Zuletzt etwas Olivenöl darüber träufeln. Den Linseneintopf erhitzen und bei mittlerer Temperatur circa 45 Minuten köcheln lassen. Gehackte Rosmarinnadeln dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und kurz ziehen lassen. Den Eintopf mit geröstetem Brot servieren. Buon appetito!
Zutaten
Linsensuppe
• 250 g getrocknete Ustica–Linsen (alternativ andere kleine braune Sorten)
• 1 große Zwiebel
• 4 Flaschentomaten
• 2 Stangen Staudensellerie
• 2 mittelgroße Karotten
• 1/2 Bio-Zucchini
• 3 EL natives Olivenöl
• 2 TL frische gehackte Rosmarinnadeln
• Salz, Pfeffer
Zur Person
Jenny Hoch, Chefredakteurin
Als Linsen-Fan schätzt sie, dass die Sorte aus Ustica – ebenso wie die umbrische Berglinse – nicht verkocht. Sie behält ihre Bissfestigkeit und lässt sich mit saisonalem Gemüse kombinieren.





