München, eine vergleichsweise kleine süddeutsche Großstadt, ist immer und seit jeher das Zentrum der Welt. Aber für eine kurze Zeit sah das nicht nur München selbst so, sondern auch die Welt. In den 1970er Jahren war München „New Yorks große Discoschwester“, sagt der Autor und Künstler Mirko Hecktor. Oder immerhin „die zweitgrößte Musikstadt der Welt nach New York“, sagt Michael Holm, legendärer Schlagerstar und Augenzeuge der frühen Münchner Disco-Jahre. Große Schwester oder Nummer zwei: Hauptsache, direkt neben New York. Beides leicht überraschend für eine Stadt, aus der heute nicht selten eher Oktoberfestklischees, Fußball-Klatsch und Bilder vom Wurstverzehr des dort angesiedelten Ministerpräsidenten nach außen dringen.

Disco lebt: 50 Jahre nach seiner Entstehung widmet ARTE dem einflussreichen Genre den „Summer of Disco“. Spielfilme, Dokumentationen und Konzertmitschnitte erzählen vom Sound einer Ära, der Raum für Emanzipation bot – zwischen Glanz, Gesellschaftswandel und Hedonismus. Foto: Rudolf Dietrich / ullstein bild / action press



